Mindful?

„Mindful“ ist das englische Wort für achtsam. „Mindful“ ist eine Kombination der englischen Wörter „Mind“ – für Geist und „ful(l)“ für voll. Dies beschreibt in meinen Augen den Geisteszustand der Achtsamkeit sehr gut. Denn in der Achtsamkeit, wie ich sie verstehe, ist der Geist voll von dem, was er wahrnimmt. Damit werden Wahrnehmender und Wahrgenommenes eins und es existiert nur noch Wahrnehmung. Dies führt zu einem unmittelbaren Kontakt mit der Wirklichkeit, mit dem Leben, und bringt mich damit direkt in Beziehung.

Dies wiederum schafft die Basis um in jedem Augenblick bestmöglich mit meiner Umwelt interagieren zu können. Denn mein Reden und Handeln basiert dann direkt auf dem Leben, wie es genau jetzt gerade ist. Und um wirklich effektiv handeln zu können, muss ich genau da anschließen. Ich kann einen Ball nur da fangen, wo er genau jetzt gerade in der Luft ist. Und genauso kann ich auch einem Menschen nur da begegnen, wo er sich jetzt gerade befindet.

Dies gilt insbesondere auch für den Kontakt mit sich selbst. Alle meine Interaktionen mit der Welt gehen immer von mir selbst aus. Erst wenn ich dieses „Selbst“ unmittelbar und umfänglich wahrnehmen kann, bin ich auch in der Lage, wirklich verantwortlich und effektiv zu handeln. Daher hat in meinen Augen bei der generellen Schulung der Achtsamkeit die Achtsamkeit auf mich selbst die höchste Priorität. Dies betrifft die Bereiche Körper, Gefühle und Geist. Bei der Achtsamkeit auf den Körper spielt für mich nochmal der Atem eine besondere Rolle.

Im Bereich der Gefühle geht es insbesondere um die Grundgefühle Freude, Angst, Wut und Trauer. Jedes dieser Gefühle hat eine wichtige psychische Funktion, damit wir immer wieder neu unseren Geist mit dem verbinden können, was jetzt gerade ist. Und dann von da aus handeln können. Fehlt uns der Zugang zu einem dieser Gefühle, oder ist es in einem bestimmten Umfeld tabuisiert, dann sind wir auch nur noch eingeschränkt fähig, für uns zu sorgen, uns auf die Welt in jedem Augenblick neu zu beziehen und verantwortlich zu handeln.

Mein Anliegen ist es daher, in Räumen zu leben und diese (mit-) zu gestalten, in denen die Entwicklung einer derartigen umfänglichen Achtsamkeit und Bezogenheit ein zentrales gemeinsames Ziel darstellt.